Antigewalt

Für Vielfalt. Gegen Gewalt und Diskriminierung.

Allgemein
Die Landeskoordination „Vielfalt statt Gewalt“ bietet psychosoziale Beratung und Begleitung für LSBT*I*Q Menschen an, die von Gewalt betroffen sind oder waren. Gemeinsam besprechen wir in diesem Rahmen, welche Unterstützung Sie benötigen und wie wir Sie dabei bestmöglich begleiten können.

 

An wen richtet sich die Beratung?
An alle Personen, unabhängig davon ob

  • Sie lesbisch, schwul, bi-, pan-, asexuell, trans* und/oder inter* sind oder sich auf andere Weise der queeren Community zugehörig fühlen
  • Die Gewalt schon länger zurückliegt, angedroht wird oder noch stattfindet
  • Sie Anzeige erstatten möchten oder nicht
  • Die Gewalt im öffentlichen Raum, im Internet, zuhause, beim Dating oder in der Szene stattfindet
  • Die Gewalt sich verbal, psychisch oder physisch äußert
  • Die Täter*innen queer sind oder nicht
  • Sie selbst Betroffene*r, Zeug*in oder Unterstützer*in sind
  • Andere Menschen Ihnen zustimmen, dass Sie Gewalt erlebt haben oder nicht

.. wir glauben Ihnen und hören zu.

 

Welche Themen werden in der Beratung besprochen?
Sie können jedes Thema mitbringen, das Sie als gewaltvoll empfinden. Häufig besprochene Themen sind beispielsweise

  • Queerfeindliche (z.B. trans*feindliche) Anfeindungen im öffentlichen Raum oder in der Nachbar*innenschaft
  • Hate Speech und Beschimpfungen im Internet
  • Gewalt in queeren Beziehungen
  • Sexualisierte Gewalt oder Belästigung
  • Angedrohte Gewalt durch soziales Umfeld, anonyme Täter*innen oder durch Familie (z.B. Zwangsheirat)
  • (Cyber-) Stalking

Zusätzlich bieten wir:

  • Beratung bei Anzeigenerstattung
  • Unterstützung bei Diskriminierungserfahrungen im Strafprozess oder in der Anzeigeaufnahme

 

Wie läuft eine Beratung ab?
In einem vertraulichen Rahmen dürfen Sie so viel erzählen, wie Sie möchten. Niemand wird Sie drängen mehr zu sagen, als Sie wollen. Gemeinsam besprechen wir Möglichkeiten, wie Sie mit der Situation umgehen können und was Sie jetzt brauchen. Die Beratung ist kostenlos und kann auf Deutsch oder Englisch geführt werden. Bei Bedarf an weiteren Sprachmittler*innen, sprechen Sie uns gerne an.

 

Wie werden Termine vereinbart?
Sie können uns eine Mail schreiben, um entweder einen Beratungstermin hier im rubicon oder eine Videoberatung zu vereinbaren.

antigewalt-beratung@rubicon-koeln.de

Ansonsten bieten wir auch jede Woche telefonische Sprechzeiten an:

Dienstag              16:00 – 18:00 Uhr
Donnerstag        10:00 – 12:00 Uhr

Tel: 0221 27 66 999 6

  • landesweit über Diskriminierung, Gewalt und Häusliche Gewalt gegen LSBT*I*Q informieren
  • Beratungsangebote für LSBT*I*Q, die Diskriminierung und Gewalt erfahren, zu unterstützen und zu vernetzen
  • Projekte initiieren, die zum Abbau von Gewalt und Diskriminierung beitragen
  • landesweit Diskriminierungs- und Gewaltfälle  dokumentieren
  • innerhalb von Regelstrukturen für die Belange und Lebensrealitäten von LSBT*I*Q zu sensibilisieren
  • mehr Infos auf Vielfallt statt Gewalt

Der Landeskoordination der Anti-Gewalt Arbeit für Lesben, Schwule und Trans* in NRW werden immer wieder Fälle von zum Teil massiver homo- und trans*-feindlicher Diskriminierung und Gewalt an LSBT*I*Q Geflüchteten gemeldet.
Es ist daher besonders wichtig, dass Beschäftigte in Flüchtlingsunterkünften, Dolmetscher_innen sowie das Personal bei Behörden und Ämtern für die besondere Situation sensibilisiert sind. So können Diskriminierungen verhindert und diese Menschen offen und kultursensibel unterstützt werden.

Schulung
Als landesgeförderte Fachstelle bieten wir seit 2016 kostenfreie Vorträge und Workshops für Sie an, in denen wir zur spezifischen Lage von LSBT*I*Q Geflüchteten informieren und sensibilisieren.
Ihre Handlungs- und Verweisungskompetenz wird gestärkt, so dass Sie in den einzelnen Fällen leichter einschätzen können, was sinnvoll ist und wen Sie zur weiteren Hilfe mit einbeziehen können.

Unser Angebot richtet sich an alle Mitarbeiter_innen einschließlich des Sicherheitspersonals in Unterkünften und Behörden sowie Dolmetscher_innen. Wir möchten Sie dabei unterstützen, LSBT*I*Q Geflüchteten zu helfen, Schutz und Freiheit zu finden und gleichzeitig auch Sie in Ihrer Arbeit entlasten.
Anbid Zaman freut sich auf ihre Kontaktaufnahme.

Seit 2018 gibt es für die Schulungen zudem eine Kooperation zwischen Rubicon e.V., der Rosa Strippe e.V, Lebenslust sowie der NRW-Fachberatung „gerne anders!“. Gefördert werden die Fachstelle sowie das Kooperationsprojekt vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen.

Report Violence!
Viele geflüchtete LSBT*I*Q haben in ihren Herkunftsländern in einem homo- und trans*feindlichen Umfeld gelebt, haben Ablehnung und Gewalt durch ihre Familie und ihr soziales Umfeld erfahren, sind Opfer von staatlicher Verfolgung und Gewalt geworden. In Deutschland angekommen, befinden sie sich in Folge in einer besonders vulnerablen Situation. In der Regel werden Geflüchtete in den Geflüchteteneinrichtungen jeweils mit Menschen aus dem Herkunftsland in ein Zimmer gelegt. Das bedeutet aus der Erfahrung von LSBT*I*Q Geflüchteten heraus die größtmögliche Gefahrensituation. Um Gewalt- und Diskriminierungsfälle zu melden und Unterstützung zu finden, können Geflüchtete LSBT*I*Q und sie unterstützende Personen Kontakt zu Ibrahim Willeke aufnehmen. Spontan kann die Beratung auf englisch, arabisch oder deutsch stattfinden. In Einzelfällen begleiten wir Opfer von Gewalt zur Polizei, Krankenhäusern und Behörden.

Niemand muss sich aufgrund der sexuellen oder geschlechtlichen Identität beleidigen, anspucken oder körperlich angreifen lassen. Beschimpfungen sind strafrechtlich relevant, denn homo- und trans*feindlich motivierte Gewalt wird als politisch motivierte Kriminalität eingeordnet.

Die Landeskoordination ist auch Ansprechpartnerin bei Fragen zur polizeilichen Strafanzeige von homo- und trans*feindlicher Gewalt. Wir stehen mit der Polizei in einem fachlichen Austausch.

Mehr Infos zur Kampagne auf deutsch, englisch und arabisch www.ich-zeige-das-an.de

Aus der Antigewaltarbeit hat sich das Kooperationsprojekt Schule der Vielfalt entwickelt, das seit August 2012 in Kooperation mit dem Schulministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, der Initiative SCHLAU und der Beratungsstelle Rosa Strippe in Bochum bei rubicon e.V. angesiedelt ist.
Das erfolgreiche Landesprogramm (www.schule-der-vielfalt.de), das sowohl Schulprojekte durch teilnehmende Projektschulen als auch regelmäßige Fortbildungen im Bildungsbereich beinhaltet, wurde im Herbst 2017 für mindestens weitere fünf Jahre, bis 2023, verlängert.

Die Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit engagiert sich in der Koordinierungsgruppe von Schule der Vielfalt.

Julian Fischer
Fortbildung, Vernetzung, Kampagnenarbeit
Telefon: 0221-27 66 999 – 53
julian.fischer@rubicon-koeln.de

Ibrahim Willeke
Intervention, Prävention, Dokumentation und Empowerment
Telefon: 0221-27 66 999- 51
ibrahim.willeke@rubicon-koeln.de

Anbid Zaman
Konzeption und Durchführung von Schulungen zur Situation LSBT*I*Q Geflüchteter
Telefon: 0221-27 66 999- 52
anbid.zaman@rubicon-koeln.de

Charly Krenn
Psychosoziale Beratung und Case Management für LSBT*I*Q, die von Gewalt betroffen sind
Telefon: 0221-27 66 999- 25
charly.krenn@rubicon-koeln.de

 

 

Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben, Schwule und Trans* in NRW

Die Landeskoordination Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben, Schwule & Trans* in NRW ist eine vom Land Nordrhein-Westfalen geförderte Fachstelle zu den Themen Diskriminierung, Gewalt und Häusliche Gewalt im Leben von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans*, inter* queeren und nicht binären Menschen. Schwerpunktmäßig bezieht sich die Arbeit der Landeskoordination derzeit auf das Thema Diskriminierung und Gewalt aufgrund der sexuellen Orientierung und geschlechtlichen Identität.

LSBT*I*Q werden jedoch nicht nur aufgrund des Merkmals „sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität“ diskriminiert.
Häufig treten Homo- und Trans*feindlichkeit zusammen mit anderen Machtverhältnissen, wie zum Beispiel Ableismus, Sexismus oder Rassismus auf. Die Landeskoordination ist deshalb bestrebt intersektional und rassismuskritisch zu arbeiten. Sie berücksichtigt in ihrer Arbeit den Aspekt der Mehrdimensionalität von Gewalt- und Diskriminierungserfahrungen.

Kampagne: Ich zeige das an!